{"id":3208,"date":"2022-08-25T15:16:31","date_gmt":"2022-08-25T13:16:31","guid":{"rendered":"https:\/\/wwwneu.salonhosting.net\/?p=3208"},"modified":"2022-08-25T18:21:41","modified_gmt":"2022-08-25T16:21:41","slug":"ein-platz-fur-alle-themen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/wwwneu.salonhosting.net\/?p=3208","title":{"rendered":"Ein Platz f\u00fcr alle Themen"},"content":{"rendered":"<p>Wie kann ich mein kreatives Arbeiten zu meinem Hauptberuf machen? Wie kann ich jetzt mein Unternehmen f\u00fchren, um es in Zukunft gut zu \u00fcbergeben? Wie kann ich meinem 13-j\u00e4hrigen Enkel das Rauchen abgew\u00f6hnen? Drei von einer Vielzahl an Anliegen, die in den vergangenen Jahren beim \u201eBregenzer Salon\u201c von Ursula Hillbrand vorgetragen wurden. Sie zeigen allerdings ganz gut die inhaltliche Bandbreite, innerhalb der sich diese Gespr\u00e4chsplattform bewegt.<\/p>\n<p>Hillbrand (53), Juristin und viele Jahre lang bei der EU-Kommission in Br\u00fcssel t\u00e4tig, lebt seit Sommer vergangenen Jahres mit ihrer Familie fix in Bregenz \u2013 in jenem Haus im Stadtzentrum, das einst ihrer Urgro\u00dfmutter geh\u00f6rt hat. Das multikulturelle Leben in der EU-Metropole sei super gewesen, erz\u00e4hlt sie. Gleichzeitig habe es sie immer mehr zu ihren Wurzeln zur\u00fcckgezogen, gepaart mit dem Gedanken, der Region, aus der sie komme, etwas zur\u00fcckzugeben, beschreibt sie ihre Beweggr\u00fcnde f\u00fcr den Umzug. Dazu kam der Traum ihres Mannes, eines aus den Niederlanden stammenden Lebensmittelchemikers, der ebenfalls auf EU-Ebene t\u00e4tig war, ein Gasthaus zu er\u00f6ffnen. Ein solches hatte es bis 1957 im Haus von Hillbrands Familie auch gegeben.<\/p>\n<p>Umzug. \u201eWir wollten das alles nicht erst in der Pension machen, sondern jetzt, wo wir noch die Energie daf\u00fcr haben\u201c, sagt Hillbrand. Und so zog die Familie mit den drei T\u00f6chtern im Alter von 19, 16 und 13 Jahren, die zun\u00e4chst nicht alle ganz so begeistert waren, vor gut einem halben Jahr nach Bregenz. Das Gasthaus namens \u201ePetrus\u201c im Erdgeschoss des Hauses ist seit Kurzem er\u00f6ffnet. Mit den Salons hatte Hillbrand aber schon fr\u00fcher angefangen. Gespr\u00e4chsformate zu schaffen, in denen man auf das Wesentliche kommt, hatte sie bereits in ihrem EU-Job gemacht und \u201ewenn das beruflich passt, dann passt es auch f\u00fcr die Zivilgesellschaft\u201c, befand sie damals. Weg vom Small Talk hin zu einer Vertrauen schaffenden Gespr\u00e4chsbasis, lautet das Credo daf\u00fcr.<\/p>\n<p>So wurde vor rund neun Jahren Jahren der \u201eBregenzer Salon\u201c installiert. \u201eUnd seit damals hat sich viel entwickelt\u201c, stellt Hillbrand heute fest. Es sei jedes Mal eine spannende Mischung an Menschen, die sich zu den Salonabenden einfindet. Ein Drittel sei dabei im Durchschnitt zum ersten Mal da. Geografisch kommen die Teilnehmer aus allen Richtungen und aus ganz Vorarl\u00adberg. W\u00e4hrend es die Salons in den vergangenen Jahren etwa sechs Mal im Jahr gab, gibt es sie nun \u2013 da Hillbrand in Bregenz lebt \u2013 monatlich.<\/p>\n<p>Mischung. Rund 20 Menschen sind es \u00fcblicherweise, die sich da jedes Mal im ersten Stock des Hauses treffen, prim\u00e4r in jenem Raum, der fr\u00fcher der Festsaal des Gasthauses war. \u201eEs sind Menschen, die sich in ihrem normalen Umfeld nicht kennenlernen w\u00fcrden\u201c, erl\u00e4utert Hillbrand. Da treffen \u00c4ltere mit viel Lebenserfahrung auf J\u00fcngere mit vielen Fragen und Energie, Techniker auf Hausfrauen, Ausl\u00e4nder auf Inl\u00e4nder. \u201eDie Mischung ist immer sehr spannend.\u201c Seit 2013 gibt es die Salons auch in Innsbruck. Hillbrand moderiert sie und sie gibt auch Salonhosting-Workshops.<\/p>\n<p>Und dann verweist sie auf die Salon-Tradition um 1900 und fr\u00fcher in Wien, Paris, Italien oder Berlin. Damals waren es vor allem wohlhabende und gebildete Frauen, oft Adelige, die Salons gef\u00fchrt haben \u2013 literarische, politische, wissenschaftliche und andere. \u201eDiese Salons haben im Hintergrund viel bewirkt und waren oft auch gesellschaftlicher Klebstoff\u201c, erkl\u00e4rt Hillbrand. Dass Frauen involviert waren, habe vermutlich zu weniger Polarisierung und Konfrontation beigetragen. Und darum gehe es letztendlich: \u201eEs m\u00fcssen nicht alle die gleiche Meinung haben. Aber es muss zugeh\u00f6rt werden\u201c, beschreibt Hillbrand die Grundintention der Salons. Im Mittelpunkt stehe nicht die Diskussion, sondern der Dialog, das sei der Unterschied. Rhetorikseminare gebe es viele, solche, in denen man wertsch\u00e4tzend h\u00f6ren lerne, kaum. Wenn Wertsch\u00e4tzung und Vertrauen vorhanden seien, dann brauche es nicht mehr viel, dann regle sich das meiste von allein, berichtet die 53-J\u00e4hrige von ihren Erfahrungen. Denn bei den Salons sei jeder mit seiner Lebenserfahrung Berater und Experte \u2013 oder auch Fragender. Raum ist f\u00fcr alle Themen, was nicht so h\u00e4ufig anzutreffen ist. Es gebe wenige Pl\u00e4tze und Orte, wo wirklich alles besprochen werden k\u00f6nne, bekommt Hillbrand \u00f6fters zu h\u00f6ren.<\/p>\n<p>Begleitend. Hillbrand arbeitet im Rahmen ihrer neu gegr\u00fcndeten Salonhosting GmbH aber auch mit \u00f6ffentlichen und privaten Institutionen. So hat sie unter anderem an der Uni Innsbruck einen Salon f\u00fcr Universit\u00e4tsangestellte abgehalten, wo es darum gegangen ist, das Gespr\u00e4chsklima zu verbessern. Sie war in einer Vorarlberger Gemeinde bei einem Konflikt um eine Stra\u00dfe t\u00e4tig, hat in Tulln mit 450 Unternehmern gearbeitet \u2013 prozessbegleitend und moderierend. Vertrauen, Wertsch\u00e4tzung und Zuh\u00f6ren sind Schl\u00fcsselworte f\u00fcr ihr diesbez\u00fcgliches Tun. Ihre Arbeit brauche es \u201e\u00fcberall dort, wo Stimmen nicht geh\u00f6rt werden\u201c, umrei\u00dft Hillbrand ihr T\u00e4tigkeitsfeld. Dieses Gespr\u00e4chsformat sei auch eine Methode \u201egegen eine innere K\u00fcndigung\u201c, stellt sie fest. Wobei es ebenso darum gehe, jene Sch\u00e4tze zu heben, die in jeder Institution, jedem Unternehmen, jeder Einrichtung vorhanden seien.<\/p>\n<p>Einen Schatz der anderen Art gibt es hingegen bei den Salons in Wien zu erleben. Dudeln, eine Wiener Form des Jodelns in geschlossen R\u00e4umen, mit der geb\u00fcrtigen Schweizerin Christina Zurbr\u00fcgg kommt da \u00f6fters zum Einsatz, erz\u00e4hlt Hillbrand, die sich begeistert davon zeigt. Eine vermutlich stimmige Umrahmung eines ebenso stimmigen Formats.<\/p>\n<h4>Bregenzer Salon- N\u00e4chster Termin<br \/>\nBregenzer Salonabend am 21. M\u00e4rz,<br \/>\n18 bis 23 Uhr, Anton-Schneider-Stra\u00dfe 11,<br \/>\n1. Stock, Bregenz.<br \/>\nDie Kunst des Gastgebens guter Gespr\u00e4che.<br \/>\nInformationen und Anmeldung unter www.bregenzersalon.at<br \/>\nhttp:\/\/www.neue.at\/lokal\/2018\/03\/14\/ein-platz-fuer-alle-themen.neue<\/h4>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Wie kann ich mein kreatives Arbeiten zu meinem Hauptberuf machen? Wie kann ich jetzt mein Unternehmen f\u00fchren, um es in Zukunft gut zu \u00fcbergeben? Wie kann ich meinem 13-j\u00e4hrigen Enkel das Rauchen abgew\u00f6hnen? 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